ETF Sparplan Rechner
für Deutschland
Berechne dein ETF-Depot nach Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und Inflation. Inklusive 30 % Teilfreistellung für Aktien-ETFs – kostenlos und ohne Login.
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So funktioniert die Besteuerung von ETFs in Deutschland
Wer in Deutschland in ETFs investiert, muss auf realisierte Kursgewinne und Ausschüttungen die Abgeltungssteuer zahlen. Diese beträgt pauschal 25 % auf Kapitalerträge. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die Steuer – woraus sich ein effektiver Steuersatz von 26,375 % ergibt. Kirchensteuer kann je nach Bundesland und Konfession zusätzlich anfallen, wird in diesem Rechner aber nicht berücksichtigt, um die Berechnung übersichtlich zu halten.
Ein großer Vorteil für ETF-Anleger in Deutschland ist die Teilfreistellung. Seit dem Investmentsteuergesetz 2018 sind bei Aktienfonds und Aktien-ETFs 30 % der Erträge steuerfrei. Das bedeutet: Nur 70 % deiner Gewinne werden mit der Abgeltungssteuer belastet. Effektiv ergibt sich so eine Steuerbelastung von nur rund 18,46 % auf deine ETF-Gewinne – ein deutlich geringerer Satz als der Nominalwert vermuten lässt. Dieses Privileg gilt für Fonds mit einer Aktienquote von mindestens 51 %. Mischfonds mit mindestens 25 % Aktienanteil erhalten immerhin 15 % Teilfreistellung.
Unser Rechner berücksichtigt sowohl die Abgeltungssteuer als auch den Solidaritätszuschlag und die 30-prozentige Teilfreistellung automatisch. So erhältst du ein realistisches Bild deines Netto-Endkapitals. Beachte, dass die Steuer erst beim Verkauf der ETF-Anteile anfällt (sog. Zufluss-Prinzip) – der Rechner zeigt die geschätzte Steuerlast zum jeweiligen Zeitpunkt.
Sparerpauschbetrag & Freistellungsauftrag
In Deutschland profitieren Anleger vom Sparerpauschbetrag. Seit 2023 beträgt er 1.000 € pro Person und 2.000 € für zusammenveranlagte Ehepaare. Bis zu diesem Betrag bleiben Kapitalerträge – also Dividenden, Zinsen und realisierte Kursgewinne – komplett steuerfrei. Um den Pauschbetrag zu nutzen, musst du bei deinem Broker oder deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten. Ohne diesen Auftrag wird die Abgeltungssteuer automatisch einbehalten, und du müsstest den Freibetrag über die Steuererklärung zurückholen.
Für langfristige ETF-Sparer mit thesaurierenden ETFs ist der Sparerpauschbetrag besonders relevant in Verbindung mit der Vorabpauschale. Seit 2019 wird jährlich eine fiktive Rendite auf Basis des Basiszinssatzes der Deutschen Bundesbank besteuert – auch wenn du keine Anteile verkauft hast. Die Vorabpauschale stellt sicher, dass der Staat einen Mindest-Steueranteil erhält. In der Praxis fällt die Vorabpauschale bei niedrigen Zinssätzen minimal aus und wird bei Verkauf mit der tatsächlichen Steuer verrechnet.
Tipp: Nutze den Freistellungsauftrag, um jedes Jahr bis zu 1.000 € an Kapitalerträgen steuerfrei zu realisieren. Bei ausschüttenden ETFs werden Dividenden automatisch gegen den Freibetrag verrechnet. Unser Rechner kalkuliert konservativ ohne Sparerpauschbetrag – dein tatsächliches Netto-Ergebnis kann also noch besser ausfallen.
Beliebte ETF-Broker in Deutschland
Der deutsche Markt für ETF-Sparpläne ist einer der wettbewerbsstärksten in Europa. Zahlreiche Neobroker und Direktbanken bieten kostenlose oder sehr günstige Sparpläne an. Hier ein Überblick der beliebtesten Anbieter:
- Trade Republic – Einer der größten Neobroker Deutschlands. Kostenlose Sparpläne ab 1 € monatlich auf über 2.000 ETFs. Einfache App-basierte Bedienung.
- Scalable Capital – Bietet im Free-Tarif kostenlose Sparpläne auf alle verfügbaren ETFs. Im PRIME+-Tarif zusätzlich Flatrate-Trading ab 4,99 €/Monat.
- ING – Große Direktbank mit breitem ETF-Angebot. Viele Aktions-ETFs ohne Ausführungsgebühr. Besonders für Anleger geeignet, die ein Komplett-Paket (Girokonto + Depot) wünschen.
- DKB – Deutsche Kreditbank mit günstigem Gebührenmodell. ETF-Sparpläne ab 25 € mit einer Gebühr von 1,50 € pro Ausführung.
- comdirect – Traditionsreiche Commerzbank-Tochter mit großem Sparplan-Angebot. Viele Aktions-ETFs ohne Kaufgebühr.
Achte bei der Broker-Wahl neben den Ordergebühren auch auf die TER (Total Expense Ratio) der ETFs selbst. Breit gestreute Welt-ETFs wie der Vanguard FTSE All-World oder iShares Core MSCI World haben eine TER von typischerweise 0,20 – 0,22 % pro Jahr. Dieser Wert ist bereits im Rechner als Standard-Kostensatz hinterlegt.
Thesaurierende vs. ausschüttende ETFs in Deutschland
Bei der Wahl deines ETFs steht eine wichtige Entscheidung an: thesaurierend oder ausschüttend? Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch. Das hat den Vorteil, dass dein Kapital ununterbrochen vom Zinseszins-Effekt profitiert. Ausschüttende ETFs hingegen zahlen Dividenden regelmäßig auf dein Konto aus – ideal, wenn du einen passiven Einkommensstrom aufbauen willst.
Steuerlich gibt es seit dem Investmentsteuergesetz 2018 kaum noch Unterschiede. Beide Varianten unterliegen der Vorabpauschale. Bei ausschüttenden ETFs werden die Dividenden direkt versteuert (unter Berücksichtigung des Sparerpauschbetrags). Bei thesaurierenden ETFs fällt die Vorabpauschale an, die beim späteren Verkauf angerechnet wird. Für langfristige Sparpläne in der Ansparphase sind thesaurierende ETFs meist die effizientere Wahl, da kein Aufwand für die Wiederanlage anfällt.
Tipps für deutsche ETF-Anleger
- Breit streuen: Setze auf global diversifizierte ETFs wie den MSCI World oder FTSE All-World. Einzelne Länder- oder Branchen-ETFs erhöhen das Klumpenrisiko.
- Langfristig investieren: Der Zinseszins-Effekt entfaltet seine volle Wirkung erst über 15–30 Jahre. Je länger du investierst, desto stärker wächst dein Vermögen.
- Freistellungsauftrag einrichten: Verschenke nicht den Sparerpauschbetrag von 1.000 €. Bei mehreren Depots kannst du den Betrag aufteilen.
- Kosten minimieren: Wähle ETFs mit niedriger TER und einen Broker ohne Sparplan-Gebühren. Schon 0,1 % Kostenunterschied summiert sich über Jahrzehnte.
- Regelmäßig investieren: Nutze den Cost-Average-Effekt. Durch gleichbleibende monatliche Raten kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger.
- Nicht in Panik verkaufen: Börsencrashs sind normal und gehören dazu. Historisch haben sich die Märkte immer erholt. Bleib investiert und nutze Rücksetzer als Nachkaufgelegenheit.
Du investierst in Österreich? Dort gelten andere Steuerregeln (27,5 % KESt, keine Teilfreistellung). Nutze unseren ETF Sparplan Rechner für Österreich.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist die Steuer auf ETF-Gewinne in Deutschland?
In Deutschland fällt die Abgeltungssteuer von 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag an – effektiv 26,375 %. Bei Aktien-ETFs werden dank der Teilfreistellung nur 70 % der Gewinne besteuert, sodass die effektive Steuerlast bei rund 18,46 % liegt.
Was ist der Sparerpauschbetrag und wie nutze ich ihn?
Der Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 € pro Person (2.000 € für Ehepaare). Bis zu diesem Betrag bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Richte bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag ein, damit die Steuer nicht automatisch abgeführt wird.
Berücksichtigt der Rechner den Sparerpauschbetrag?
Nein, der Rechner arbeitet konservativ ohne Sparerpauschbetrag. So siehst du das Worst-Case-Szenario. In der Praxis ist dein Netto-Ergebnis durch den Freibetrag etwas höher.
Was ist die Teilfreistellung bei ETFs?
Die Teilfreistellung befreit 30 % der Erträge bei Aktienfonds und Aktien-ETFs von der Steuer. Damit will der Gesetzgeber die Vorbelastung durch Unternehmenssteuern ausgleichen. Der Rechner berücksichtigt diese 30 % Teilfreistellung automatisch.
Welche Rendite ist bei ETFs realistisch?
Historisch haben breit gestreute Welt-ETFs (z. B. MSCI World) eine durchschnittliche Rendite von ca. 7–8 % p.a. erzielt. Vergangene Renditen sind jedoch keine Garantie für die Zukunft. Der Rechner nutzt standardmäßig 7 % als konservativen Richtwert.
Welche Broker eignen sich für ETF-Sparpläne in Deutschland?
Beliebte Broker sind Trade Republic, Scalable Capital, ING, DKB und comdirect. Viele bieten kostenlose ETF-Sparpläne ab 1 € monatlich an. Achte auf die TER des ETFs und eventuelle Ordergebühren.